Chemische Keule gegen Insekten?

 

Unter Insektensprays können zwei unterschiedliche Dinge verstanden werden.
Zum einen ein Insektizid, das man versprüht oder auf einem Elektroverdampfer benutzt. Diese töten nützliche und schädliche Insekten gleichermaßen. Elektroverdampfer sind in Deutschland aber nur in Innenräumen zugelassen.

Zum anderen kann es sich auch um Stoffe zur Abwehr von Insekten handeln, sogenannte Repellents. Diese werden als Lotion, Roll-on-Stick, Mückenpflaster oder als Spray auf die Haut gebracht. Repellents verdunsten langsam durch die Körperwärme und bilden dabei eine Schutzschicht. Mit den Insektenabwehrstoffen werden Insekten nur vertrieben und nicht getötet.

Insektizide gegen Ameisenstraßen?
Die Schwierigkeit bei Insektiziden ist, dass alle Insekten ausnahmslos abgetötet werden und nicht nur die stechenden Plagegeister. Haushaltsübliche Insektensprays verwenden Pyrethrum und ähnliche chemische Verbindungen oder Piperonylbutoxid. Pyrethrum wird aus Blüten bestimmter Chrysanthemen gewonnen. Es ist für Warmblüter kaum giftig und wird vom Körper nur in geringen Mengen aufgenommen. Piperonylbutoxid ist Insektenvertilgungsmitteln zugesetzt, die als Spray, Öl oder Pulver in den Handel gelangen.

Um entsprechend zu wirken, muss drei bis zehn Mal mehr Wirkstoff zugesetzt werden als bei Pyrethrum. Piperonylbutoxid wirkt nicht bei Bienen. Die akute Giftigkeit für Warmblüter ist gering, aber Langzeitanwendungen führen bei Menschen und Säugetieren zu Leber- und Nierenschäden und zu Veränderungen des Blutbildes.
Viele Insektensprays beinhalten beide Mittel, da Piperonylbutoxid die Wirkdauer von Pyrethrum verbessert.

Manche Sprays vergiften die Wohnung
Der Einsatz von Insektensprays sollte im Haushalt möglichst vermieden werden. Viele dieser Sprays enthalten als Wirkstoff Biozide, die noch ungeklärte gesundheitliche Risiken bergen können, warnt das Umweltbundesamt (UBA). Gefährlich für die Gesundheit wird es laut einer Studie des UBA vor allem, wenn Insekten in Ritzen und Fugen mit Sprays bekämpft werden, die als biozide Wirkstoffe sogenannte Organophosphate (Nervengifte) enthalten. Das kann zu einer hohen Wirkstoffkonzentration in der Innenraumluft führen.

Insektenabwehrstoffe oder Repellents
Insektenabwehrstoffe werden mit Diethyltoluamid oder Icaridin und Trägerstoffen hergestellt. Diethyltoluamid ruft Allergien hervor und darf von schwangeren Frauen und Kindern unter zwei Jahren nicht benutzt werden. Verbreiteter als Diethyltoluamid ist mittlerweile Icaridin und es wird im Allgemeinen gut vertragen.

Insektensprays besonnen einsetzen: Um nicht alle bzw. auch nützliche Insekten mit umzubringen und die eigene Gesundheit sowie die Umwelt zu schonen, sollte man (wenn möglich) auf Insektensprays aus Insektiziden verzichten. Im Gegensatz zu Insektiziden ist die Benutzung von Repellents zur Insektenabwehr viel verträglicher für die Natur. Die Insekten werden nicht getötet, sondern nur vertrieben. Ein Allergiker sollte jedoch auf Mittel mit Diethyltoluamid verzichten, um sich und seine Gesundheit zu schützen.

Immer nach Sonnenschutz auftragen!
Und Achtung: Insektensprays reduzieren die Wirkung von Sonnenschutzmitteln und werden als letztes aufgetragen. Repellentien halten die Mücken nach einmaligem Auftragen zwischen vier und zwölf Stunden fern. Die Wirkung kann sich jedoch durch Schwitzen oder Abreiben verkürzen. Da die eingesetzten Stoffe ziemlich aggressiv sein können, muss man aufpassen beim Kontakt mit Augen, Kunststoffen und Kunstfasern. Vorsicht ist auch bei der Anwendung an Säuglingen und Kleinkindern geboten. Hier eignet sich eher ein mechanischer Insektenschutz, also ein Netz.

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